Christlich-jüdischer Dialog in Göttingen
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V. (GCJZ) entstand im Winter 1958/59 als 26. in Deutschland nach dem Krieg.
Sie gehört zu den mehr als 80 regionalen bzw. lokalen Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland, die sich für die Verständigung zwischen Christen und Juden, den Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus sowie für ein friedliches Zusammenleben der Völker und Religionen einsetzen. In Göttingen förderte die Gesellschaft den Wiederaufbau von Gemeinde, Gemeindezentrum und Synagoge intensiv. So gibt es in der Universitätsstadt Göttingen seit 1994 wieder eine jüdische Gemeinde.
Die Gesellschaften haben sich im Deutschen Koordinierungsrat (DKR) zusammengefunden, um ihren Aufgaben und Zielen gemeinsam besser zu entsprechen. Dieser vertritt als bundesweite Vereinigung die Gesellschaften auf nationaler und internationaler Ebene. Er ist größtes Einzelmitglied im Internationalen Rat der Christen und Juden (ICCJ), der Dachorganisation von weltweit 38 nationalen christlich-jüdischen und interreligiösen Dialogvereinigungen.
Für Göttingen wichtig ist das Engagement des 1997 gegründete Fördervereins Jüdisches Zentrum Göttingen e.V., um der Jüdischen Gemeinde ein neues Zuhause zu schaffen. Dazu wurde die von den Nationalsozialisten nicht zerstörte Bodenfelder Landsynagoge aus dem Jahre 1825 gekauft, fachmännisch ab- und im Garten der Jüdischen Gemeinde neu aufgebaut. Mit der Einweihung dieser Synagoge hat die Jüdische Gemeinde Göttingen 70 Jahre nach der Reichspogromnacht vom 9.11.1938 wieder ein eigenes Bethaus.
Neben der Jüdischen Gemeinde ist in Göttingen noch die Gruppierung Jüdisches Lehrhaus zu finden.
Neubeginn und Wachsen der Jüdischen Gemeinde sind von Anfang an auch von den christlichen Kirchen Göttingens ideell und finanziell unterstützt worden. Diese Solidarität ist für die katholische Kirche grundgelegt in einem neuen Verhältnis zur Glaubensgeschichte des jüdischen Volkes, wie es der Beschluss "Unsere Hoffnung" der Gemeinsamen Synode der [katholischen] Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland beschreibt. Zu den großen Errungenschaften des Pontifikates von Johannes Paul II. gehört die Verbesserung der Beziehungen von Katholiken und Juden, Kirche und Israel. Von Johannes Paul II. stammt auch der viel zitierte Satz, die Juden seien „unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man sagen, unsere älteren Brüder“. Dies ergänzen die Worte Benedikt XVI. von 1994 in Jerusalem, die zeitlos gültig sind: „Juden und Christen sollten sich in einer tiefen inneren Versöhnung gegenseitig annehmen, nicht unter Absehung von ihrem Glauben oder gar unter dessen Verleugnung, sondern aus der Tiefe des Glaubens selbst heraus. In ihrer gegenseitigen Versöhnung sollten sie für die Welt zu einer Kraft des Friedens werden. Durch ihr Zeugnis von dem einen Gott, der nicht anders als durch die Einheit von Gottes- und Nächstenliebe angebetet werden will, sollten sie diesem Gott die Tür in die Welt hinein auftun, damit sein Wille geschehe und es so auf Erden ‚wie im Himmel’ werden könne: ‚Damit Sein Reich komme.’“
Vertreter für die Katholische Kirche
in der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Göttingen e.V.
und Kontaktperson zur Jüdischen Gemeinde:
Heiner J. Willen
Telefon:0551-7079525
E-Mail:hwillen(at)gmx.de