Führung im Friedwald an der Burg Plesse

Mitglieder des Dies Communis im Dekanat Göttingen haben während ihres vergangenen Treffens den Friedwald an der Burg Plesse bei Bovenden besucht. Försterin Carola Ballat erklärte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter anderem, welche Bäume für eine Bestattung gewählt werden können.

Den Friedwald an der Burg Plesse gibt es seit dem Jahr 2010. Er ist, wie für einen Friedwald üblich, für 99 Jahre als Friedhof gewidmet. Dadurch ist die längste Ruhezeit, die eine Urne im Friedwald haben kann, 99 Jahre ab Widmung. „Wir haben hier eine Gesamtfläche von 48 Hektar, von der derzeit etwa die Hälfte für Bestattungen ausgewiesen ist“, sagte Ballat. Carola Ballat, die sich die Arbeit im Friedwald mit einem weiteren Kollegen teilt, ist bei den Niedersächsischen Landesforsten angestellt. Die Landesforsten betreuen den Wald, dessen Trägerin die Gemeinde Bovenden ist. Verantwortlich für den Friedwald ist zudem die Friedwald GmbH. Im Friedwald an der Burg Plesse gibt es einen Pavillon, der für eine kurze Trauerfeier genutzt werden kann. Zudem wurde auf dem Gelände eine Trostschaukel errichtet, die den Trauernden Trost spenden soll.

Wer sich im Friedwald an der Burg Plesse bestatten lassen möchte, der kann zwischen einem Platz am Gemeinschaftsbaum, einem Partnerbaum und dem Generationenbaum wählen. Am Gemeinschaftsbaum beträgt die Ruhezeit 20 Jahre. Hier können einzelne Plätze erworben werden. „Sollte eine Familie hier zwei Plätze erwerben, dann startet die Ruhezeit erst, wenn beide Personen bestattet wurden“, berichtete Carola Ballat. Wer nur für sich und eine weitere verwandte Person einen Baum allein haben möchte, der kann einen sogenannten Partnerbaum erwerben. Hier liegt die Ruhezeit ebenfalls bei 20 Jahren. Eine weitere Variante ist der Generationenbaum hier können bis zu zehn Mitglieder einer Familie ihre letzte Ruhestätte finden. Die Ruhezeit beträgt hier bis zu 99 Jahre. Damit Interessierte bei der Suche nach einem Baum wissen, um welche Art von Bestattungsbaum es sich handelt, sind diese mit verschieden farbigen Bändern gekennzeichnet. Gemeinschaftsbäume haben ein gelbes Band, bei Partnerbäumen ist das Band rot und bei Generationenbäumen blau. Wer sich einen Baum aussuchen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Er kann einen Termin zur Auswahl buchen, er kann an einer der regelmäßig stattfindenden Waldführungen teilnehmen oder er kann sich allein auf die Suche begeben und sich im Anschluss an die Friedwald GmbH wenden. „Eine weitere Variante, die immer mehr genutzt wird, ist der Online-Shop. Hier wählt man sich dem Baum zu Hause am PC aus“, erläuterte Ballat. Darüber hinaus gibt es sognannte Basisbäume, an denen man sich einen Platz buchen kann, aber keinen Einfluss darauf hat, wo der Baum innerhalb des Friedwalds steht. „Für Kinder bis drei Jahren haben wir zudem den sogenannten Sternschnuppenbaum, an dem ein Platz kostenlos ist. Das heißt, die Eltern müssen hier nur die Beisetzungskosten zahlen“, erklärte Ballat.

Bei einer Bestattung im Friedwald gibt es ein paar Dinge, die beachtet werden müssen. So muss die Asche des Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne beigesetzt werden. „Und auch die Dinge, die noch mit ins Grab gegeben werden, müssen biologisch abbaubar sein“, so Ballat. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Dies Communis erkundigten sich bei Carola Ballat auch nach den Gründen, aus denen sich Menschen für eine Bestattung im Friedwald entscheiden. „Dazu gehören unter anderem Naturverbundenheit und Regionalbezug, aber auch, dass keine anschließende Grabpflege notwendig ist“, sagte die Försterin. An der Burg Plesse gibt es pro Jahr etwa 400 Bestattungen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Führung bedankten sich bei Carola Ballat für ihre umfassenden Erläuterungen. 

Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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