Gemeinsam Mittagessen in der Kirche in Rittmarshausen
Gemeinsam zu Mittag essen können Interessierte seit April einmal die Woche in der katholischen Kirche Heilig Kreuz. Unter dem Motto „Ein Tisch für alle“ hat Claudia Gebel vom Gemeindeleitungsteam dieses Angebot ins Leben gerufen.
„Mir ist es wichtig, dass es Leben in unserer Kirche gibt. Auch außerhalb von Gottesdiensten, und dass wir unsere Kirche behalten können“, berichtet Gebel. Aus diesem Grund habe man sich vom Gemeindeleitungsteam, insbesondere auch nach dem plötzlichen Tod von Carmen Lormis, Gedanken gemacht und auch eine Abfrage gestartet, was es an Ideen für die Nutzung der Kirche gibt. Dabei sei ihnen wichtig gewesen, sich zu öffnen und auch mehr ökumenisch zu denken. Deshalb ist auch beispielsweise das Helferteam von „Ein Tisch für alle“ ökumenisch besetzt. „Die Konfession ist nicht entscheidend, wer möchte, kann mithelfen und auch bei den Gästen, die zum Mittagessen kommen, ist es egal, welcher Kirche sie angehören“, sagt Gebel. Die Mitglieder des Helferteams hat sie im Ort angesprochen.
Gebel erinnert auch daran, dass die Kirche auch schon als Quartier für die Tagespflege der Senioreneinrichtung Carpe Diem in Klein Lengden genutzt wurde, als es dort einen Wasserschaden gab. „Da haben wir die Räumlichkeiten für zwei Jahre nutzen dürfen“, sagt Claudia Gebel, die zugleich Pflegedienstleiterin der Tagespflege in Klein Lengden ist. Aufgrund ihrer beruflichen Erfahrungen konnte sie auch das Team des „Menu-Services“ von Carpe Diem als Partner für ihr Essensangebot in der Kirche gewinnen. Wer mitessen möchte, der muss sich bis eine Woche vor dem jeweiligen Termin anmelden. Einen Überblick über das Speisenangebot gibt es auf der Internetseite der Pfarrgemeinde Maria Frieden und auf Handzetteln, die ausgelegt werden. Der Preis pro Essen (ein Hauptgericht und eine Nachspeise) beträgt 10 Euro. Für Claudia Gebel und auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer steht bei dem Angebot auch die Gemeinschaft und der Austausch miteinander im Mittelpunkt. „Bei uns ist wirklich jeder willkommen, egal ob jung oder alt“, betont Edeltraud Fischer vom ehrenamtlichen Helferteam. Der Mittwoch als Angebotstag sei bewusst gewählt worden. Sabine Schlüer engagiert sich bei „Ein Tisch für alle“, weil sie im Vorruhestand ist und sich gern vor Ort einbringen möchte. „Wir sind ein gutes Team und es ist ein gutes Zusammensein, auch mit den Gästen“, berichtet sie.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen nicht nur aus Rittmarshausen, sondern auch aus den umliegenden Dörfern wie Wöllmarshausen und Kerstlingerode. Ein Ehepaar aus Wöllmarshausen kommt jede Woche zu Fuß in die Kirche. „Da haben wir dann auch gleich Bewegung“, erzählen sie. Sie nutzen das Angebot, weil es ihnen gefällt, in Gemeinschaft zu essen. So geht es auch einer verwitweten Frau aus Rittmarshausen, die nicht gern für sich allein kocht. Eins haben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Essensangebots gemeinsam: Sie freuen sich darauf, ein paar nette Stunden miteinander zu verbringen. Dann wird von früher erzählt oder miteinander gespielt. Richtung Nachmittag wird dann oftmals auch noch zusammen Kaffee getrunken. Die Verantwortlichen um Claudia Gebel hoffen, dass sich das Angebot in den umliegenden Orten noch weiter herumspricht und so der Teilnehmerkreis weiterwachsen wird.
Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit





