Im Himmel und auf Erden...

„Denn unsere Heimat ist im Himmel“, ruft Paulus den Philippern in der Lesung vom Sonntag zu. Das klingt verheißungsvoll, denn die himmlische Heimat nimmt mit, wer seine irdische Heimat verlässt – wie die vielen jungen Menschen, die in diesen Tagen ihr Studium in Göttingen aufnehmen.

Heinrich Heine, der in den Jahren 1820 und 1821 an der Georg-August-Universität studiert hat, ist es in Göttingen nicht gut ergangen. Und er fand wenig Trost in der Perspektive auf den Himmel, „das Eiapopeia vom Himmel“, wie er in seinem Versepos „Deutschland, ein Wintermärchen“ schreibt: „Ein neues Lied, ein besseres Lied, / O Freunde, will ich euch dichten! / Wir wollen hier auf Erden schon / Das Himmelreich errichten.“

Schon hier auf Erden das Himmelreich zu errichten, das ist Verheißung und Auftrag der christlichen Botschaft: Mit Christus ist das Göttliche in die Welt gekommen und Mensch geworden, im Christentum wird das Göttliche gewissermaßen „geerdet“. Die schöpferische Kraft, die uns befähigt, das Himmelreich auf Erden zu errichten, nannte der Künstler Joseph Beuys „Christusimpuls“. Wir alle tragen diese Kraft in uns, um die Erde, die uns trägt und deren Teil wir sind, als Lebensraum zu erhalten und zu gestalten.

Nutzen wir diese Kraft auch für ein gutes Ankommen, Leben und Miteinander in Göttingen: Herzlich willkommen in der Stadt, die Wissen schafft! Und hoffentlich auch so etwas wie Heimat wird.

Peter-Paul König

bis 30. November Leiter der khg: Göttingen

Neues aus dem Dekanat Göttingen