Jeder hat eine Rolle in der Liturgie

Wenn die Gemeinde sich zum Gottesdienst versammelt, dann können auch Gemeindemitglieder verschiedene Aufgaben in diesem übernehmen. Im Dekanat Göttingen bietet Diakon Martin Wirth die dafür notwendigen Schulungen im Bereich liturgische Dienste an. Derzeit finden Kurse für den Lektorendienst, Kommuniondienst und für Gottesdienstbeauftragte statt.

Doch bevor sich in den einzelnen Kursen intensiv mit dem jeweiligen Thema auseinandergesetzt wird, gab es für alle Kurse einen gemeinsamen Einführungsabend zum Thema Liturgie. Liturgie ist eine öffentliche Versammlung, die einer bestimmten Ordnung folgt. „Alle, die dabei sind, sind Mitwirkende. Denn die Kirche ist eine Gemeinschaft von Mitwirkenden“, erklärte Diakon Martin Wirth den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. In der Liturgie wird die Gegenwart Gottes gefeiert. Zudem haben die Gläubigen die Möglichkeit, Gott zu begegnen. „Wir loben und danken Gott und tragen ihm unsere Bitten vor“, sagte Wirth. Gott wolle die Gedanken der Menschen durchdringen und dadurch in ihre Herzen gucken. Des Weiteren sei Liturgie Sammlung und Sendung. Die Gläubigen kämen zusammen, weil Gott sie gerufen habe. Und könnten weitergeben, was er ihnen gegeben hat. „Liturgie lässt Kirche entstehen und ist somit Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens“, erläuterte Diakon Martin Wirth. Zwischen den einzelnen Theorieblöcken wurden immer wieder Lieder über den Glauben gesungen, die Wirth mit der Gitarre begleitete.

In der Liturgie werde ein Beziehungsgeschehen zwischen Gott und den Gläubigen gefeiert. Und in der Gemeinschaft werde das Ich, was wir beispielsweise im Glaubensbekenntnis sprechen, zu einem Wir. Die Gläubigen stellen sich im Gottesdienst vor Gott mit ihren Problemen und Nöten, aber auch in Dankbarkeit. „Die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen muss diese Botschaft auch in der Gesellschaft spürbar machen“, so Wirth. Das bedeute, dass die Gottesdienstteilnehmerinnen und Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit Liturgie sprechen sollten.

Liturgie kann zwar an jedem Ort stattfinden, doch seien Kirchen als gestaltete Räume hilfreich. „Bei der Liturgie unterscheiden wir Liturgie im engeren Sinn und Liturgie im weiteren Sinn“, berichtete Diakon Martin Wirth. Bei der Liturgie im weiteren Sinne gebe es mehr Gestaltungsmöglichkeiten, allerdings dürften diese nicht gegen die Liturgie im engeren Sinn verstoßen. Die Kirche verstehe sich als Dienstgemeinschaft, bei der alle eingeladen seien, ihre Fähigkeiten einzubringen. „Wir können dabei ein Vorbild sein, wenn wir uns an den Stärken anderer und an unseren Stärken freuen“, sagte Wirth.

Michael Recke stellte im Rahmen des Einführungsabends die verschiedenen Bücher vor, die während des Gottesdienstes genutzt werden. Darunter das Messbuch, welches von den Priestern während der Messe genutzt wird. Das Lektionar hingegen verwenden die Lektoren und Lektorinnen während der Gottesdienste. Im Lektionar sind die Lesungen für die jeweiligen Tage abgedruckt. Zudem werden im Gottesdienst noch das Evangeliar und Bücher für die Fürbitten verwendet. „Für die Wort-Gottes-Feier gibt es gesonderte Bücher“. Erklärte Michael Recke. Fester Bestandteil der Liturgie ist auch das Gotteslob, aus dem während des jeweiligen Gottesdienstes verschiedene Lieder gesungen und Psalmen gebetet werden.

Im weiteren Verlauf des Einführungsabends tauschten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich über verschiedene Bibelstellen, die sie aus einem Kartenstapel gezogen hatten, aus. „Ihr habt damit Zeugnis über das abgelegt, was euch an den jeweiligen Bibelstellen bewegt. Und das ist es, worauf es ankommt. Denn eure Dienste im Gottesdienst könnt ihr nur dann ausführen, wenn euch das Wort Gottes etwas bedeutet“, wandte er sich zum Abschluss an die Kursteilnehmer.

Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Neues aus dem Dekanat Göttingen