"Menschen und pastorale Arbeit stehen im Mittelpunkt"

Interview mit Pater Michael Beschorner - neuer Pfarrer der Pfarrei St. Michael

Pater Michael Beschorner SJ ist seit 1. Dezember der neue leitende Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Michael in Göttingen. Er wurde in den 1960er Jahren in Halle an der Saale geboren. Dort hat er auch seine Schulausbildung absolviert.

Im Anschluss hat er eine Berufsausbildung mit Abitur als Elektriker bei der Deutschen Reichsbahn absolviert. Nach seiner Zeit als Bausoldat (Wehrdienst ohne Waffe) bei der Armee der DDR begann er sein Theologiestudium in Erfurt. „Während meines Studiums fiel dann die Mauer und ich stellte mir die Frage, was ich mit meinem eingeschlagenen Weg mit diesem Studium anfangen soll. Denn Priester in der DDR zu sein, das hatte eine besondere Bedeutung“, berichtet Pater Beschorner. Dabei habe auch seine eigene Spiritualität eine Rolle gespielt. In diesem Zusammenhang sei dann die Entscheidung gefallen, sich dem Jesuitenorden anzuschließen. „Für mich schien diese Art einer Ordensgemeinschaft lebbar, da sie nicht an Klöster gebunden ist und ich habe mich im Noviziat in Münster gemeldet, und wurde genommen“, sagt Beschorner. Sein Eintritt in den Orden erfolgte 1992. Zwei Jahre hat Michael Beschorner, nach einer anschließenden pastoralpraktischen Zeit in der Jesuitenpfarrei in Berlin Charlottenburg, zu einem Aufbaustudium in Dublin verbracht.

Nach seinem Auslandsaufenthalt wurde er Schulseelsorger und Religionslehrer am St.-Benno-Gymnasium in Dresden. Dazu gehörte auch die Betreuung der außerschulischen Jugendarbeit der „Gemeinschaft Christlichen Lebens“ (GCL). Ab Herbst 2006 hatte er die Leitung des Jesuitischen Freiwilligendienstes „Jesuit European Volunteers“ (JEV) in Nürnberg inne. Von 2011 bis zum Sommer 2025 war Pater Beschorner Seelsorger der katholischen Studierendengemeinde Thomas v. Aquin (KSG) in Dresden. „Diese Aufgabe hat mich gereizt und erfüllt“, sagte er.

An seiner Aufgabe in Göttingen findet er spannend, dass er jetzt nicht nur mit jungen Menschen zusammenarbeite, sondern mit Menschen jeden Alters. „Zudem ist St. Michael mit seiner Aufgabe der Cityseelsorge für mich keine gewöhnliche Pfarrei“, erklärt Beschorner. Aus seiner Sicht ist es für das Dekanat Göttingen eine Bereicherung, dass die Jesuiten sich in St. Michael mit ihrer eigenen Spiritualität einbringen und Angebote gestalten.  Ihm gefalle auch die Tradition des „Mittagstisches St. Michael“, den es seit mittlerweile 35 Jahren gibt und sehr unterschiedlichen Menschen Raum bietet. „In den Kirchenraum St. Michael habe ich mich direkt verliebt“, so Beschorner. Seine ersten Wochen in Göttingen seien gut gewesen. „Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und bin leicht mit den Menschen ins Gespräch gekommen“, berichtet er. Bei seiner Aufgabe in St. Michael stehen für ihn die Menschen und die pastorale Arbeit im Mittelpunkt. Pater Michael Beschorner findet es auch toll, dass diese Kirche den ganzen Tag geöffnet ist und in die Menschen jederzeit zum Beten kommen können. Der Bedarf wird durch täglich zahlreiche brennende Kerzen, die die Leute anzünden, sehr deutlich.

Zu den Fragen, die Pater Beschorner in den kommenden Jahren beschäftigen werden, gehören die Themen „Wie können wir Kirche in der Zukunft gestalten?“ und „Wie können Menschen sich einbringen?“. „Für mich ist es hierbei wichtig, dass Menschen sich engagieren wollen“, sagt der neue Pfarrer von St. Michael.

Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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