Peter-Paul König geht in den Ruhestand

Peter Paul König war über viele Jahre Leiter der katholischen Hochschulgemeinde (khg) Göttingen und Geschäftsführer des khg Wohnheims in Göttingen. Zum 30. November dieses Jahres verabschiedet er sich in den Ruhestand.

2007 hat er die Leitung der khg übernommen. Damals sei die khg in Göttingen relativ klein gewesen. „Mir persönlich war es immer wichtig, das Haus mit Leben zu füllen.“, sagt Peter-Paul König. Es müsse ein Angebot geben, das zum einen den Studierenden eine nicht zuletzt spirituelle Heimat bietet und zum anderen aber auch offen sei für diejenigen, die weniger Berührungspunkte mit Kirche und Glauben haben. „Zu den Angeboten, die für alle offen sein sollen, gehören beispielsweise unsere Angebote zu politischen Themen sowie in den Feldern Kultur und Engagement“, erklärt König.

Seine Arbeit in der khg sei vor allem durch die Semester geprägt gewesen, denn ein Semester gebe den Rhythmus der Aktivitäten in der khg vor. „Darauf muss man sich einstellen. Genauso wie darauf, dass bestimmte Fragen in jeder Generation von Studierenden vorkommen“, berichtet Peter-Paul König. Dies müsse man aushalten können und die notwendige Spannung für die Arbeit behalten. Denn auch, wenn für die Mitarbeiter sich die Dinge wiederholen würden, so seien es doch immer andere Studierende, die die khg besuchen. „Und für die sind die Themen und Fragen natürlich neu“, so Peter-Paul König. Mit Blick auf seine Arbeit in den vergangen 18 Jahren hat er festgestellt, dass es stetige Veränderungen gebe. Mit diesen seien auch Auf und Abs sowie unterschiedliche Herausforderungen verbunden. Zudem bedeute der Wechsel der khg-Besucher auch, dass bestimmte Themen wie die Ausgestaltung des Angebotes immer wieder neu austariert werden müssten. Dazu gehört unter anderem, die Frage, ob es eher geschlossene als offene Angebote geben solle.

Die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen seien für die Arbeit der khg eine Katastrophe gewesen. „Wir leben davon, dass die Menschen, die zu uns kommen, anderen von uns und unseren Aktivitäten berichten und dann weiterer Interessierte zu unseren Veranstaltungen mitbringen“, berichtet Peter-Paul König. Und eben dies sei dann über zwei Jahre hinweg weggefallen. „In der Corona-Zeit an sich haben wir schnell reagiert und Online-Angebote organisiert. Zugleich haben wir unsere Arbeit konzentriert - vor allem auf die Felder Spiritualität und Geselligkeit. Als dann richtige Treffen wieder möglich waren, war es nicht einfach, den Studierenden die Breite unseres Auftrags zu vermitteln. Sie hatten den Drang, das minimalistische Angebot aus Spiritualität und Geselligkeit beizubehalten“, erklärt der scheidende khg-Leiter. „Von der Zahl der Studierenden, die die khg vor Corona besucht haben, war nach der Pandemie nur noch rund ein Viertel da“, berichtet Peter-Paul König. Im vergangenen Wintersemester habe es noch einmal einen deutlichen Anstieg an Studierenden gegeben, die die khg besuchten.

 Insgesamt sei es so, dass die Wintersemester belebter als die Sommersemester seien. Bei der Gewinnung neuer khg-Mitglieder setzte man bewusst auf den Semesterstart, denn zu diesem Zeitpunkt seien viele Studierende in Göttingen noch nicht vernetzt und deshalb sei es da leichter auf sich und sein Programm aufmerksam zu machen. „Aus meiner Sicht kann ich die khg mit gutem Gewissen übergeben“, sagt Peter-Paul König. Seine Nachfolge in der khg werden ab 1. November als Leitungs-Tandem Ximena Ordóñez und Ricardo Wickert übernehmen.

Für die Zukunft der khg wünscht König sich, dass das breite Angebot beibehalten wird. „Ich hoffe, dass viele Menschen kommen, die die khg als Segensort ansehen. Und nicht nur Segen empfangen wollen, sondern auch bereit sind Segen zu geben“, so König.

Die Aufgabe im khg-Wohnheim hat Peter-Paul König im Frühjahr 2008 übernommen. Er gibt offen zu, dass sich ihm zunächst die pastorale Aufgabe im Wohnheim nicht erschlossen habe. „Außerdem muss ich sagen, dass ich mich auch nicht als Geschäftsführer gesehen habe“, blickt König auf seine Anfangszeit zurück. Doch nach und nach habe er festgestellt, dass es eine schöne pastorale Aufgabe sei. Insbesondere in der Corona-Zeit sei dies zum Tragen gekommen. „Damals hatten die Bewohnerinnen und Bewohner nur dieses soziale Umfeld und da war es besonders wichtig, dass das Wohnheim nicht nur eine Schlafstätte ist, sondern ein Ort zum Wohlfühlen“, sagt Peter-Paul König.

 

Die Wohnheime seien ein Ort, an dem Vielfalt gelebt werde. „Die khg hat hier die Aufgabe, das Leben im Wohnheim pastoral mitzugestalten“, erklärt König. Die Arbeit in den Wohnheimen sei eine andere als in der khg. „Doch ich habe die Arbeit in den Wohnheimen schätzen gelernt und die Wohnheime als Segensorte kennengelernt“, so König. Seit 1. Oktober erfolgt schrittweise die Übergabe an seinen Nachfolger, Holger Ewe.

Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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