Ein Probenbesuch beim Projektchor St. Michael
Chor zieht Sängerinnen und Sänger aus ganz Göttingen an
Ein neuer Projektchor hat sich Mitte August in der Pfarrei St. Michael in Göttingen gegründet. Jeden Montag um 20 Uhr treffen sich die Sängerinnen und Sänger, die aus ganz Göttingen kommen, jetzt zum Proben. Geleitet wird der Chor von Julius Rechner.
Nach Angaben des Chorleiters haben sich rund 60 Sängerinnen und Sänger für den Chor eingetragen. Wobei es deutlich mehr Frauen als Männer sein. „Ich denke, das Verhältnis liegt derzeit bei 80 zu 20. Wir würden uns freuen, wenn noch mehr Männer den Weg in unsere Gruppe finden würden“, sagt Rechner. Die Probendauer, die derzeit bei etwa 90 Minuten liegt, soll zukünftig auf zwei Stunden ausgeweitet werden. Gesungen werden überwiegend Pop- und Gospelsongs. „Wir sind, was unser Repertoire angeht, vielseitig aufgestellt und bieten eine bunte Mischung an. Unter anderem singen wir auch zwei eigenen Kompositionen von mir“, berichtet Julius Rechner. Er ist im thüringischen Eichsfeld aufgewachsen. Nach Beendigung der Schulausbildung hat er Englisch und Musik auf Lehramt studiert. Zudem hat er nebenbei die Ausbildung zum C-Kirchenmusiker absolviert. Für den Chor St. Michael liegt die musikalische Leitung komplett bei ihm.
Auch, wenn demnächst mit den Planungen für erste Auftritte begonnen werden soll, sind weitere Mitstreiter und Mitstreiterinnen im Chor jeweils willkommen. „Wir wollen uns gern zu Beginn des kommenden Jahres der Gemeinde in einem Gottesdienst vorstellen“, erzählt Julius Rechner. Um die Aufgaben im Chor auf mehrere Schultern zu verteilen ist angedacht Gremien für verschiedene Bereiche zu bilden. Dies soll beispielsweise auch die Kommunikation, wenn mal eine Probe kurzfristig ausfallen müsse, erleichtern.
Zu Beginn einer Probe steht immer das Einsingen auf dem Programm. Hierbei werden verschiedene Übungen durchgeführt, die auch der Lockerung dienen sollen. Was während der Probe auffällt, ist, dass der Spaß trotz der Ernsthaftigkeit, mit der geübt wird, nicht zu kurz kommt. Wenn Rechner während eines Liedes Korrekturen vornimmt, dann immer auch mit einer Prise Humor. Die jeweiligen Lieder werden zunächst in der jeweiligen Stimme (Sopran, Alt, Tenor, Bass) eingeübt, bevor dann alle Stimmen zusammengeführt werden.
Die Geschichten, wie die Sängerinnen und Sänger, zum Chor gekommen sind, sind ganz unterschiedlich. Ebenso wie das Alter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Schülerinnen zu Senioren sind nahezu alle Altersgruppen in dem neuen Chor vertreten. Nach Angaben Rechners waren einige Mitglieder bereits beim vorherigen Chor von St. Michael dabei. Doch viele sind auch neu dabei und singen zum ersten Mal im Chor. Durch einen Zufall ist Marina auf den Chor aufmerksam geworden. „Ich wollte in der Buchhandlung Hertel etwas abholen und habe dabei das Plakat an der Kirchentür entdeckt“, berichtet sie. Sie sei schon lange auf der Suche nach einem Chor gewesen. Besonders gut habe ihr in diesem Fall gefallen, dass es sich um einen Neustart handelt. Auch ihre Tochter Caroline gehört zu den Sängerinnen im neuen Chor. Sie war früher in einem Schulchor aktiv, seit einem Schulwechsel aber nicht mehr. „Mir macht singen einfach Spaß“, sagt Caroline.
Auch die 38-jährige Vanessa ist zufällig auf den Chor aufmerksam geworden. „Ich wollte mich über die Angebote zur Kommunionvorbereitung in den einzelnen Pfarreien informieren, weil mein Sohn jetzt Kommunionkind ist. Dabei bin ich dann zufällig auf den Chor gestoßen“, erzählt sie. Sie habe, seit sie nach Göttingen gezogen ist, nach einem Chor gesucht. Denn bereits in ihrem vorherigen Wohnort sei sie in einem Chor aktiv gewesen. Sie freue sich, dass sie jetzt die Möglichkeit hat, wieder im Chor zu singen.
Vera Wölk, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit







