Gemeinsam mit Grenzen leben

Die "Woche für das Leben" in Göttingen

Anlässlich der „Woche für das Leben“ hat die katholische und evangelische Klinikseelsorge Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum vom 23. April bis zum 3. Mai ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit hochkarätigen Gästen organisiert.

Göttingen (kpg) – Anlässlich der „Woche für das Leben“ hat die katholische und evangelische Klinikseelsorge Göttingen in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum vom 23. April bis zum 3. Mai ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit hochkarätigen Gästen organisiert. Mit Unterstützung des katholischen Dekanates, des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises sowie der bischöflichen Stiftung „Gemeinsam für das Leben“ werden insgesamt sieben Veranstaltungen angeboten, die an verschiedenen Orten in Göttingen stattfinden werden.

Unter dem Jahresmotto 2009 „Gemeinsam mit Grenzen leben“ richten die Klinikseelsorger mit Podiumsdiskussionen, Gottesdiensten, Filmvorführungen und Ausstellungen ihr Augenmerk auf das Miteinander von Gesunden und Kranken in unserer Gesellschaft. So steht das Leben mit behinderten und verstorbenen Kindern sowie mit seelischen Erkrankungen und Burnoutprophylaxe auf dem Programm.

Den Auftakt zur Veranstaltungsreihe bildet eine Ausstellung im Universitätsklinikum mit dem Titel „Drei Damen haben sich umgezogen“ von Künstlern der Lebenshilfe. Die Ausstellung wird am 23. April um 18 Uhr eröffnet. Das Grußwort spricht Professor Cornelius Frömmel vom Universitätsklinikum.

Wie das Weiterleben gelingen kann, nachdem man ein Kind verloren hat, darüber spricht Maren Dostal vom Verein „Regenbogen e.V“ am Sonntag, 26. April, um 19.30 Uhr. An der anschließenden Diskussion im Zentrum Ancora für Seelsorge und Beratung in der Kurzen Straße 13a beteiligen sich Annette Karr-Schnieders von der katholischen Ehe-, Familien und Lebensberatung in Göttingen, Annette Hartmann vom ambulanten Hospizdienst Leine-Solling und Annette Stechmann von der katholischen Klinikseelsorge.

„Gesund oder krank – von Gott geliebt: Vom Leben mit seelischen Erkrankungen“ ist das Thema am darauf folgenden Abend ab 18 Uhr in der Lukaskirche auf dem Gelände des Asklepios Fachklinikums am Rosdorfer Weg 70 mit den Seelsorgern des Fachklinikums, Wolfgang Friedl und Gundula Bondick.

Über „Burnoutprophylaxe oder von der Kunst für andere da zu sein ohne sich selbst zu vergessen“ spricht am Dienstag, 28. April um 19.30 Uhr, Dr. Mechthild Heberhold. Sie ist Krankenschwester, Theologin und Unternehmerin. Schätzungen zufolge sind derzeit bis zu 60 Prozent der beruflich Pflegenden und bis zu 80 Prozent der pflegenden Angehörigen vom Burn-Out-Syndrom, dem Zustand totaler Erschöpfung, betroffen, der sich über Jahre schleichend entwickelt. Der Vortrag, den die katholische Klinikseelsorge gemeinsam mit der Göttinger Citypastoral organisiert hat, findet an einem besonderen historischen Ort statt: dem so genannten „Accouchierhaus“ am Geismarer Tor, der ersten Frauenklinik Deutschlands.

Am Mittwoch, 29. April, sind Interessierte ab 20 Uhr zu einer Podiumsdiskussion in die Universitätsklinik (Hörsaal 542) eingeladen. Professor Reiner Anselm von der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen diskutiert mit Professor Christoph Hermann-Lingen, dem Leiter der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am Universitätsklinikum und Pfarrerin Veronika Zippert aus Schwalmstedt über das diesjährige Motto der „Woche für das Leben“ „Gemeinsam mit Grenzen leben“.

Das Leben mit kranken und behinderten Kindern zeigt am 30. April um 20 Uhr im Lumieré (Geismarer Landstraße) der Dokumentarfilm „Vier Leben“: Filmemacherin Cornelia Thau hat über viele Jahre Kinder mit Down-Syndrom und ihre Familien begleitet. Im anschließenden Podiumsgespräch geht es darum, das Leben mit behinderten Kindern aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten. An der Diskussion nehmen Humangenetikerin Professor Barbara Zoll, die Medizinstudentin Hanna Hummel, die Theologin Dr. Veronika Bock vom Jakobushaus Goslar sowie Ulrike Cherouny und Jutta Hindahl vom Arbeitskreis Down-Syndrom teil. Den Abschluss der „Woche für das Leben“ bildet dann am Sonntag, 3. Mai, ein ökumenischer Abschlussgottesdienst, der um 9.30 Uhr in der Lukaskirche im Asklepios Fachklinikum gefeiert wird.

Annette Stechmann, Initiatorin der Göttinger „Woche für das Leben“ wünscht sich eine Nachhaltigkeit über die einzelnen Veranstaltungen hinaus: „Ich hoffe sehr, dass die Themen bei den Menschen konkret nachwirken“, so die katholische Klinikseelsorgerin. So stellen sich ein Großteil der Veranstaltungsteilnehmer für generell für Gespräche und Begleitung in besonderen Lebenssituationen zur Verfügung.

Die „Woche für das Leben“ ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Sie geht auf eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken von 1991 zurück. Seit 1994 wird sie gemeinsam mit dem

Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland ausgerichtet. Mit der „Woche für das Leben“ leisten die evangelische und katholische Kirche einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würde des menschlichen Lebens. Die „Woche für das Leben“ steht in den Jahren 2008 bis 2010 unter der Dreijahresüberschrift „Gesund oder krank – von Gott geliebt“. Das Jahresmotto für 2009 lautet: „Gemeinsam mit Grenzen leben“. Die zentrale Eröffnungsfeier findet am 25. April in Lüneburg statt.

Das Programm und weitere Informationen unter www.wfl-goettingen.de, www.woche-fuer-das-leben.de sowie www.katholische-kirche-goettingen.de