Mit Legos die Löcher im Kirchendach stopfen

12-Jähriger baut Göttinger Michaelskirche aus Lego nach

Göttingen (kpg) – Etwas bunter als das Original sieht sie schon aus, ansonsten aber ist von der Sakristei über die Fenster bis zum Altarraum alles am rechten Platz: Im Schlafzimmer von Jonathan Stechmann steht seit ein paar Wochen ein maßstabsgetreuer Nachbau der Göttinger Citykirche St. Michael aus Legosteinen. Gut einen Meter lang ist die Miniaturkirche, die der 12-Jährige gebaut hat, um damit die Sanierung des Kirchendachs des Gotteshauses zu unterstützen.

„Ich habe einfach viele Fotos gemacht und dann die Kirche nachgebaut, nur eben kleiner“, erzählt der kleine Baumeister, der mit der Lego-AG seiner Schule, des Felix-Klein-Gymnasiums, bereits auf der Expo-Ideenwelt vertreten war. Die Idee zur Mini-Lego-Kirche hatte der Pfarrer von St. Michael, Pater Manfred Hösl: „Ich wusste, dass Jonathan ein ausgesprochener Lego-Fachmann ist, also habe ich einfach gefragt“, erzählt er. „Denn die Lego-Kirche soll als Spendenbarometer dienen.“

Das heißt: Jonathan baut seine Lego-Kirche zunächst ohne Dach. Die Modellkirche wird dann in der Michaelskirche in einer Vitrine aufgestellt. Je nachdem, wie viele Spenden eingegangen sind, wird dann das Modellkirchendach Stück für Stück geschlossen. Einen Haken hat der Plan allerdings, denn dem kleinen Baumeister fehlen noch jede Menge Legosteine, um seine Kirche fertigstellen, „vor allem Dachziegel“. Pater Hösl hat bereits an den Firmensitz in Günzburg geschrieben und um Unterstützung gebeten – bislang ohne Erfolg. Auch ein Spendenaufruf im Gottesdienst brachte nicht die gewünschte Resonanz, „weil die Leute alle ihre Legos bunkern. Die werden in den Familien anscheinend von Generation zu Generation weitervererbt“. Doch Pater Hösl gibt die Hoffnung nicht auf – damit bald nicht nur die Löcher im Lego-, sondern auch im Kirchendach gestopft sind.