»Wer hilft, wird doppelt satt«

Fronleichnamsprozession zog durch das Ostviertel

Zum Fronleichnamsfest zogen mehrere hundert Gläubige aus den katholischen Gemeinden Göttingens durch das Ostviertel. „Wer hilft, wird doppelt satt“, sagte der Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises, Friedrich Selter, beim Gottesdienst am Eichendorffplatz.

 

 

 

Dechant Wigbert Schwarze hatte Selter schon zur Festmesse in St. Paulus begrüßt. „Wir feiern heute gemeinsam Eucharistie, ein gutes Zeichen, ich freue mich darüber sehr“, sagte Schwarze. Die Botschaft an Fronleichnam sei, „fröhlich mit anderen den Glauben zeigen.“ Nach der heiligen Messe zog die Prozession, an der sich auch Schülerinnen und Schüler der Bonifatiusschulen und der Godehardschule beteiligten, zum Eichendorffplatz.

Thematisch drehte sich alles um Barmherzigkeit. „Es kommt darauf an, dass wir mitmenschlich handeln, so wird Barmherzigkeit konkret“, sagte Selter. Jesus sei die Barmherzigkeit Gottes in Person gewesen. „Jesus gibt das Leben in Fülle, auch dafür steht die Hostie“, sagte Selter. Mitgefühl mache keine Unterschiede, Barmherzigkeit frage nicht nach Nationalität oder Religionszugehörigkeit. „Hilfe ist nicht teilbar, aber wer hilft, wird doppelt satt“, betonte der Superintendent. Hilfe für Flüchtlinge führe „bei allen Belastungen zu persönlicher Bereicherung.“

Beim abschließenden Gottesdienst zurück vor St. Paulus deuteten Kinder aus St. Godehard und der Godehardschule Barmherzigkeit. Ganz anschaulich wurde das Motto „Wer teilt, gewinnt“ im gemeinsamen Teilen von Brot.

Der Name Fronleichnam stammt aus dem Mittelhochdeutschen: vron – was den Herrn betrifft, lichnam – Leib. Gefeiert wird die bleibende Gegenwart Jesu Christi in den eucharistischen Gaben von Brot und Wein, die bei der heiligen Messe in Leib und Blut Christi gewandelt worden sind. Der „Leib Christi“ wird daher von einem Priester in Gestalt einer Hostie in einer Monstranz, einem Zeigegerät, durch die Straßen getragen. Das Fest wurde 1264 von Papst Urban eingeführt und wird 60 Tage nach Ostern gefeiert – immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten. Der Donnerstag als Festtermin knüpft an den eigentlichen Gedenktag des letzten Abendmahles, den Gründonnerstag, an.