Vigil

der Göttinger Choralschola „cantando prædicare“

 

 

 

Betrachtungen: Dietmar Dohrmann, Hannover
Bandoneon: Klaus Müller, Ludwigsburg
Leitung: Fr. Gregor Baumhoff OSB, München

Das Inventar der Stiftsbibliotherk von St. Gallen weist einen Codex mit den Antiphonen und Responsorien für das Stundengebet aus. Diesen hat der St. Galler Mönch Hartker zwischen den Jahren 990 und 1000 geschrieben und mit feinsten Neumen (linienlosen Noten) versehen. Er ist die wichtigste aller mittelalterlichen Choralhandschriften. Sie ist digitalisiert und kann in den Codices Electronici Sangallenses (CESG) unter der Signatur CH-SGs 390 und 391 studiert werden. Unerläßlich für die Interpretation der Gesänge macht die Göttinger Choralschola ausgiebig davon Gebrauch.

Responsorien sind Gesänge, die auf die Lesungen in den Vigilien oder Nokturnen folgen. Sie bestehen aus dem Responsum (der Antwort) und dem Vers. Wenn der Vers gesungen ist, wird ein Teil des Responsums wiederholt. Man nennt das Ganze auch Antwortgesang. Jede Vigil mit ihren drei Nokturnen kennt 9 solcher Antwortgesänge.

Unter der Überschrift Responsoria de Iob zählt der Codex Hartker 19 Responsorien und 5 Antiphonen aus dem Buch Hiob.

Im Zuge der Vorbereitung für die 9. Internationale Lesenacht am 23. Oktober hat sich die Göttinger Choralschola dieser Responsorien angenommen und ein aufwändiges Programm zusammengestellt. Sie hat Klaus Müller aus Ludwigsburg gebeten Improvisationen auf dem Bandoneon zu spielen und Dietmar Dohrmann, Pfarrer der ev. Gartenkirche Hannover, gebeten den Gesängen eigene Betrachtungen hinzuzufügen. So ergibt sich ein Wechsel von Gesängen, Erzählung und Bandoneonspiel und damit eine dem Aufbau einer Vigil nachempfundene liturgische Feier.

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Choralschola „cantando praedicare“

Termin
10.10.2021, 19:00 Uhr
Ort
St. Paulus, Göttingen
Wilhelm-Weber-Straße 15
37073 Göttingen