Behaglichkeits-Ökumene? - Impuls
Mit dem Gedenktag der Apostel Petrus und Paulus sind die großen Feste fast vorbei und ich möchte mich eigentlich behaglich zurücklehnen nach dem Motto „nach Peter und Paul werden die Pfarrer faul.“
Doch das wäre gefährlich. Ich habe den Eindruck: Wir erleben augenblicklich eine Behaglichkeits-Ökumene, die niemandem wehtut und niemanden anspornt!
Es reicht nicht, wenn sich Kirchenobere gegenseitig ihre Wertschätzung versichern. Der religiöse Grundwasserspiegel muss spürbar gehoben werden.
Viele Christen bekennen ihre schlichte Hilflosigkeit im Umgang mit Religion; sie wären gern auskunftswillig, aber sind nicht auskunftsfähig!
Albert Schweitzer sagt: „Darum müsst ihr auf euch achten: Sobald ihr die geringste Gleichgültigkeit an euch merkt und feststellt, dass eine religiöse Sehnsucht, eine Begeisterungsfähigkeit in euch abnimmt, dann müsst ihr euch klarwerden: Das ist die Schlafkrankheit der Seele.“
Ich frage mich: Wie bekomme ich neu Durst für ein Leben aus dem christlichen Glauben?
Ein Vergleich: Wie kann man einen Esel, der keinen Durst hat, trotzdem zum Trinken bewegen?
Es scheint nur eine Lösung zu geben: Man muss einen durstigen Esel herbeischaffen, der ausgiebig mit großem Genuss an der Seite seines Artgenossen aus einem Eimer trinkt. Einfach, weil er Durst hat: Das wird den anderen Esel nicht unbeeindruckt lassen. Er wird sich zum Eimer neigen und das erfrischende Wasser schlürfen.
Wie kann man einen Menschen dazu bringen, Durst nach Gott zu haben? Blutleere entkernte Formeln heruntergesagt, beflügelt niemanden! Wirkungsvoll dagegen ist das begeisterte Staunen eines Dag Hammarskjöld, des früheren UNO-Generalsekretärs, der schrieb: „Es ist unerhört, in Gottes guter Hand zu sein.“
Ich wünsche uns oft die Nähe zu solchen Menschen.
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