Gedanken zum Herbst
„Herbstgedanken nähren die Lebenslust, weil das Welken an das Blühen erinnert“ habe ich neulich gelesen. Ja, in den Herbsttagen die Schönheit und Freude zu entdecken, fällt nicht immer leicht.
Die Vögel des Frühlings und des Sommers sieht man schon davonfliegen. Und die vielen Wolken wiegen jetzt gar schwerer als Gewitterwolken im Sommer. Der Gegenwind wird spürbarer. Und die wärmende Sonnenfülle ist auch nicht mehr da. Umso mehr achten wir jetzt auf die kleinen Zeichen: die einzelnen Strahlen, die die Freude bereiten, den gelegentlichen Rückenwind, der einem Schwung gibt. Und den zumindest zeitweise wolkenfreien Himmel. Selbst der nachlassende Nebel wird zu einer geheimnisvollen Kunstform. Die welken Blätter sind jetzt nicht nur grün. Gerade sie zeigen, was noch alles möglich ist: mehr Farbe macht den Herbst schön. Und die vielen Früchte machen glücklich und schenken neue Lebenskraft. In keiner Jahreszeit fliegen die Windsegel so mächtig und so hoch, manche gar über den Wolken, wo der Himmel immer blau ist. Erst recht, wenn die Gedanken an den Frühling und den Sommer zurückgehen, erkennen wir den Jahresrhythmus und dadurch entdecken wir den tieferen Sinn unseres Lebens. Spätestens im Herbst ist die Zeit für Dankbarkeit: für alles Lebendige, für alle guten Früchte, für alle Mitmenschen, für alle Sonnenstrahlen und den offenen Himmel über den Wolken. Dem Einen sei Dank: Gott sei Dank.
Schon gelesen?
Weitere Impulse zum weitrlesen







