Fest zu 35 Jahre Mittagstisch St. Michael

Was 1990 wohl selbst Pfarrer Heribert Graab nicht geglaubt hätte, wurde Wirklichkeit: 35 Jahre hält der „Mittagstisch für Arme“ jetzt schon durch und versorgt an 365 Tagen im Jahr seine Gäste mit warmem Mittagessen und mehr.

Dies war für die City-Kirche St. Michael und den Förderverein des Mittagstisches Anlass genug, zu einer Feier einzuladen, denn 2020 konnte wegen der Corona-Pandemie nur eine sehr kleine Feier stattfinden. Wenngleich es einerseits kein freudiger Anlass ist, dass nicht mehr 40 bis 50, sondern heute etwa 80 bis 100 Gäste täglich versorgt werden müssen, so ist auf der anderen Seite erfreulich, dass die Spenden in Höhe von rund 100.000 Euro und die große Menge an ehrenamtlicher Arbeit Jahr für Jahr aufgebracht werden.

Umrahmt von der Schülerband „Markant“ des Hainberg-Gymnasiums feierten etwa 100 geladene Gäste in Innenhof und Gemeindesaal bei leckeren Essen und Trinken, rockiger Musik und bester Stimmung. Neben den Verantwortlichen der Kooperationspartner konnte auch die Landtagsabgeordnete Marie Kollenrott begrüßt werden. 

Schon bei der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Fördervereins, Georg Bartelt, gab es die erste Überraschung: Drei Schülerinnen aus dem sechsten Jahrgang des Theodor-Heuss-Gymnasiums berichteten, dass sie beim Einschulungsgottesdienst für die neuen Fünftklässler Geld einsammeln konnten und dies dem Mittagstisch spenden. Stolze 453,71 Euro kamen zusammen – und ihre Lehrerin, Frau Bank, übergab einen symbolischen Scheck darüber.

Die Leiterin des Mittagstisches, Anna Werner-Parker, bedankte sich besonders bei den unermüdlichen Freiwilligen, die ehrenamtlich alle Herausforderungen stemmen. Und der amtierende Pfarrer von St. Michael, Pater Martin Müller SJ, verglich das „Wunder“, dass der Mittagstisch seit 35 Jahren alle Gäste satt bekommt, sehr treffend mit dem Brotwunder aus dem Markus-Evangelium.

In ihrem Grußwort als Repräsentantin der Stadt betonte die Sozial- und Kulturdezernentin Anja Krause, wie wichtig, ja unverzichtbar der Mittagstisch geworden ist und welch lobenswerte Rolle dieses Engagement aus der Stadtgesellschaft für das Gemeinwesen spielt.

Dechant Wigbert Schwarze und Superintendent Dr. Frank Uhlhorn sprachen ein gemeinsames Grußwort und hoben auf die selbstverständliche Ökumene in den caritativ-diakonischen Werken der Kirchen und darüber hinaus ab – der Mittagstisch wird wesentlich mitfinanziert und mitgetragen von den christlichen Kirchen in Göttingen.

Alles in allem eine angemessen lockere, fröhliche Veranstaltung, die bei guten Gesprächen und nach einigen Zugaben von „Markant“ ausklang – für alle eine Ermutigung, sich weiterhin gemeinsam einzusetzen für die besonders Bedürftigen in der Stadt!

Für den Mittagstisch, Georg Bartelt, Vorsitzender des Fördervereins 

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